| Sechs französische Finalisten gab es in den vergangenen 43 Jahren der über 80-jährigen Turniergeschichte bereits, einen französischen Turniersieger jedoch noch nie – bis heute: Quentin Halys feiert ausgerechnet gegen Titelverteidiger Alexander Bublik seinen ersten ATP-Titel. Auch aus heimischer Sicht gibt es Grund zum Jubeln: Lucas Miedler setzt sich gemeinsam mit seinem Partner Marc Polmans im Doppel durch und feiert seinen dritten Titel in Kitzbühel. Zwei Wochen Spitzentennis, volle Tribünen und große Begeisterung: Die Veranstalter des Generali Open ziehen nach der Premiere des WTA-125-Turniers und der 82. Auflage des ATP-250-Turniers ein äußerst positives Resümee. Rund 51.500 Besucherinnen und Besucher kamen während der Herren-Turnierwoche auf die Anlage. Seit Henri Leconte 1983 das Kitzbühel-Endspiel gegen Guillermo Vilas verloren hatte, gab es fünf weitere französische Finalisten in Kitzbühel. Im vergangenen Jahr war es Arthur Cazaux, der gegen Alexander Bublik im Endspiel das Nachsehen hatte. Heute wendete Quentin Halys das Blatt und feierte gegen Alexander Bublik bei seinem erst zweiten Finaleinzug seinen ersten Titel auf der ATP Tour (6:4, 7:6). „Ich war nervös, schließlich habe ich mein letztes Finale vor zwei Jahren gespielt. Man hat nicht jede Woche die Chance, in einem Finale zu stehen. Deshalb wollte ich alles geben. Jetzt bin ich einfach glücklich, dass ich der erste französische Spieler seit sehr, sehr langer Zeit bin, der hier gewinnen konnte. Ich weiß ja, wie erfolgreich die Franzosen hier im Skifahren sind.“ Zuvor hatten Lucas Miedler und sein australischer Partner Marc Polmans bereits für Begeisterungsstürme gesorgt. Nur wenige Tage nach ihrem Titelgewinn in Gstaad legten sie auch in Kitzbühel nach und setzten sich im Finale gegen Jakob Schnaitter und Mark Wallner (6:2. 6:2) durch. Für Lucas Miedler war es bereits der dritte Titel in der Gamsstadt. „Es gibt nichts Vergleichbares. Allein dieses Zweitrundenmatch, das wir mit 14:12 doch noch überstanden haben – die Atmosphäre, die dabei auf dem Platz entstanden ist, war unbeschreiblich. Ihr seid zwei meiner besten Freunde auf der Tour, deshalb ist es immer schwierig, gegeneinander zu spielen. Wir haben es heute aber sehr gut gelöst. Ich hoffe, ihr seid uns nicht ganz so böse – aber zu Hause zu gewinnen, fühlt sich einfach sehr gut an“, scherzte der Niederösterreicher. Erfolgreiches Tennisfestival: Fans feiern zwei Wochen Spitzentennis in Kitzbühel Von Donnerstag bis Samstag war der Center Court ausverkauft, auch am Mittwoch waren nur noch knapp 100 Tickets verfügbar. Zeitweise verfolgten zusätzlich mehr als 1.000 Fans das Geschehen auf den Außenplätzen und im Veranstaltungsgelände. „Wir ziehen nach der 82. Auflage ein sehr positives Resümee. Wir sind glücklich mit dem Wetter – nach dem vergangenen Jahr hatte der Wettergott einiges gutzumachen. Die Tennisfans haben hier eine große Party gefeiert, die Stimmung war großartig“, erklärt Turnierdirektor Alexander Antonitsch. Einziger sportlicher Wermutstropfen war das frühe Ausscheiden der heimischen Einzelspieler: „Ein Österreicher im Viertelfinale wäre natürlich großartig gewesen. Im Doppel hat man bei Lucas Miedler gesehen, was auf den Tribünen los ist, wenn noch ein Österreicher auf dem Platz steht. Entscheidend ist aber: Die Fans haben das Tennis gefeiert – und genau darum geht es.“ WTA-Premiere bringt zusätzlichen Schwung Als großer Erfolg erwies sich das erstmals ausgetragene WTA-125-Turnier in der Woche vor dem ATP-Event. Vor allem das Finalwochenende mit Sinja Kraus und Julia Grabher sorgte für großes Interesse und bescherte Kitzbühel ein rein österreichisches Endspiel. „Dass zwei Österreicherinnen im Finale standen, war für uns natürlich der Jackpot. Wir haben am Wochenende enorm davon profitiert und wesentlich mehr Tickets verkauft“, weiß auch Turnier-Geschäftsführer Florian Zinnagl. Auch organisatorisch habe sich die Kombination bewährt. Die Spielerinnen hätten zahlreiche positive Rückmeldungen gegeben, der Grand Stand habe sich als attraktive Bühne erwiesen. Die Halbfinalspiele und das Finale auf dem Center Court unterstrichen zusätzlich den sportlichen Stellenwert des Turniers. „Die enge Verbindung mit dem etablierten ATP-250-Turnier ist für das Damenturnier ein großer Vorteil. Es profitiert von den bestehenden Strukturen, der Infrastruktur und unserer langjährigen Erfahrung. Als eigenständige Veranstaltung wäre diese Qualität wirtschaftlich nur schwer darstellbar“, erklärt Zinnagl. Eine parallele Austragung komme aufgrund der verfügbaren Platzkapazitäten jedoch nicht infrage. Das Modell mit zwei aufeinanderfolgenden Turnierwochen habe sich daher als richtige Lösung erwiesen. Damen langfristig in Kitzbühel halten „Geht es nach uns, sind die Damen gekommen, um zu bleiben. Wir möchten das Turnier langfristig in Kitzbühel halten und Schritt für Schritt weiterentwickeln“, betonen die Veranstalter. Weitere Entwicklungsschritte hängen allerdings eng mit der künftigen Gestaltung des internationalen Tenniskalenders zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die europäische Sandplatzphase nach Wimbledon ab 2028 teilweise auf Hartplatz ausgetragen wird. Viele Spieler wechseln bereits früh auf Hartplatz, um sich auf die nordamerikanische Turnierserie und die US Open vorzubereiten. „Es gibt eine klare Tendenz in Richtung Hartplatz während dieser beiden Sommerwochen. Das befürworten einige Veranstalter. Wir nehmen noch eine abwartende Haltung ein. Die Entscheidungen sollen voraussichtlich rund um die ATP Finals im November fallen. Wir sind auf sämtliche Szenarien vorbereitet“, erklärt Antonitsch. „Erst wenn die Rahmenbedingungen feststehen, können wir seriös beurteilen, welche Entwicklungsschritte für das WTA-Turnier sinnvoll, realistisch und wirtschaftlich tragbar sind“, so Zinnagl. „Die erfolgreiche Premiere hat aber gezeigt, welches Potenzial in der Verbindung von Damen- und Herrentennis in Kitzbühel steckt.“ Nach zwei intensiven Turnierwochen fällt die Bilanz äußerst positiv aus: rund 51.500 Fans, mehrfach ausverkaufte Tribünen, ein österreichisches WTA-Finale und eine Stimmung, die Kitzbühel einmal mehr als außergewöhnlichen Tennisstandort auszeichnet. Quelle Text: KTC Turnier GmbH, Kitzbühel – Presse Daniela Maier Quelle Bild: Michael Ruckle (Archivbild) |
